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Der Auferstandene ist der größte Schatz der Kirche –

Die Osternacht begann um 21.00 Uhr mit dem Entzünden des Osterfeuers, dem Entzünden der Osterkerze und dem Einzug des Altardienstes in die dunkle Kirche. Dann wurden die Kerzen entzündet. Diakon Martin Höfer stimmte das Osterlob an, in dem das „Licht der wunderbaren Nacht das Dunkel des Todes und der Sünde“ bezwingt. Die Lesungen erinnerten an die Heilsgeschichte Gottes mit den Israeliten, die das  Sinnbild für das gesamte Volk Gottes sind. Auch wenn die Völker in  Gottvergessenheit geraten und seinen Namen entweihen, Gott will ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist schenken. Zum Gloria wurde das helle Licht eingeschaltet, die Glocken ertönten und die Orgel begleitete majestätisch die Gläubigen beim „Preis dem Todesüberwinder“. Nach den beiden Lesungen und dem Osterevangelium (Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?) sang die Gemeinde das Lied „Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung“. Diesen Gedanken griff der Diakon in seiner Predigt auf:

 Dieses Lied ist immer die Vision einer besseren Welt, eines schöneren Miteinanders. Waffen werden umgeschmiedet, Sperren überwunden, Friede und ein neuer Geist ist da. Auferstehung bedeutet doch für uns Menschen, dass alles neu und viel besser wird. Aber wie ist diese Auferstehung im Alltag möglich? Ist es nicht so, dass Altes, Gewohntes aufgegeben werden muss, dass man seine Wünsche und Erwartungen zurücknehmen muss, um das Neue zu ermöglichen? Jesus hat sich und seine Interessen weit nach hinten gestellt. Er hat sich für uns ausgeliefert, um uns in seine Auferstehung mitzunehmen. Er hat seine Jünger ausgesandt, um seine Lehre über Judäa hinaus in der ganzen Welt zu verbreiten.

Selbst wenn das schon 2000 Jahre her ist und die Kirche durch Ehrgeiz, Missgunst, Missbrauch der Macht, Unglaube oder Verrat immer wieder erschüttert wurde, so wird sie sich immer wieder neu finden. Denn der größte Schatz unserer Kirche ist der Auferstandene: Jesus Christus. Die Jünger sind Jesus gefolgt und haben aufgrund der Auferstehung erkannt, was sie falsch gemacht haben. Sie haben daraus ihre Konsequenzen gezogen und haben die Lehre Jesu gelebt und verkündet, ja sogar ihren Tod für Jesus erlitten.

Auch die Kirche muss jetzt aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und sich ändern, um wieder Vertrauen zu gewinnen. Sie muss sich auf Jesus Christus rückbesinnen, sich selbst zurücknehmen, dem Menschen dienen. Denn die Auferstehung Jesu und die Lehre vom Reich Gottes erreicht auch heute noch die Menschen. Der Diakon bat, nicht nur einzelne Personen und deren menschenunwürdige Taten in der Kirche zu sehen, sondern auch Christus und die Gemeinschaft, die Nächstenliebe, die Fürsorge und Hilfe für Arme in Christi Namen.

So hat die Lehre von Jesus auch eine junge Frau aus der Gemeinde begeistert, so sehr, dass sie zu unserer Gemeinschaft der Gläubigen gehören möchte und die nach Wochen der Vorbereitung die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Hl. Kommunion empfangen wird. Freuen wir uns mit ihr, dass auch sie dann untrennbar mit Christus verbunden wird.

Mit der Allerheiligenlitanei begann die Tauffeier. Nach der Erwachsenentaufe folgten das allgemeine Taufversprechen der Gläubigen und die Firmung der Bewerberin. Danach ging der Gottesdienst wieder in gewohnter Weise weiter. Am Ende des Gottesdienstes begrüßte der PGR-Vorsitzende Werner Schmitt das neue Gemeindemitglied und überreichte eine Bibel. Pfarrer Manfred Jarosch dankte allen, die zum Gelingen der Kar- und Osterliturgie beigetragen hatten und segnete die mitgebrachten Speisen und die Kerzen für die Kranken. Mit seinem Wunsch nach einem Wachsen in geschwisterlichen Liebe und österlicher Freude erteilte er den Segen. „Christus lebt, er ist auferstanden! Zeigen wir unsere Freude und legen dafür Zeugnis ab, indem wir für andere da sind“, so der Seelsorger.

 Ostersonntag:

Beim morgendlichen Gottesdienst begrüßte Pfarrer Manfred Jarosch nicht mit dem üblichen „Guten Morgen“, sondern mit dem Gruß, den viele Christen auf der ganzen Welt an Ostern verbindet: „Ich darf euch voll Freude verkünden: Der Herr ist auferstanden, er ist wirklich auferstanden.“

 In seiner Predigt sagte er:

Es gibt im Leben viele Überraschungen. Eine Schrecksekunde beim Autoverkehr kann negative Emotionen auslösen, ein Überraschungs-Ei bei Kindern eher Vorfreude. Auch Ostern ist voller Überraschungen:

Frauen sind unterwegs zum Grab. Sie wissen nur, dass Jesus hingerichtet wurde und gestorben ist und wollen die Einbalsamierung nachholen. Doch wer wird ihnen den schweren Stein wegnehmen?

Erste Überraschung: Kein Römer ist zu sehen, der zur Bewachung abgestellt war, der Stein ist weg und der Eingang offen. (Haben auch wir Steine, die uns belasten? Wenn wir zu Jesus gehen, ist der Stein weg!)

Zweite Überraschung: Das Grab ist leer, nur ein junger Mann ist da. Wer hat Jesus gestohlen? Wir können ihn nicht mehr besuchen.

Dritte Überraschung: Es entsteht Verwirrung, denn es wird behauptet: Jesus lebt! Aber es kommt keine Freude auf, sie sind entsetzt. Erst als sie ihn erkennen, können sie sich freuen. Und er gibt ihnen einen Auftrag: Berichtet alles, was ihr gesehen und gehört habt!

 Da kommt der Vergleich mit dem Überraschungs-Ei ins Spiel:

Wenn die Henne ein Ei gelegt hat, gackert sie vor Freude. Ostern ist zwar nicht die Freude über ein neues Ei, sondern über das neue Leben Jesu. So sollen auch wir unsere Freude weitererzählen, denn Jesus lebt, er hat den Tod besiegt und darüber dürfen wir uns wirklich freuen. Amen.

 Zur Kommunion kamen die Eltern und Kinder aus dem Kindergottesdienst hinzu, die ihren Gottesdienst im Pfarrsaal gefeiert hatten. Pfarrer Jarosch entzündete die Kerze, die bei den Kindergottesdiensten statt einer Osterkerze im Mittelpunkt steht und segnete sie und alle Gottesdienstbesucher.

                                                                                                                         Friedrich Frank

Zu den Bildern der Osternacht

und vom Ostersonntag

 

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