Tag 5
Heute ging es von der Sierra Nevada bis zum Mittelmeer.
Zuerst fuhren wir in die Sierra Nevada, in der wegen des starkens Schneefalls die Skisaison bis Mitte Mai verlängert wurde. Im Hotel in Granada hatten auch manche Skier dabei. Wir hielten in einem der weißen Dörfer. Um weiß zu bleiben, müssen sie fast jährlich gestrichen werden, weil der Saharasand alles braun färbt. Dann ging es weiter, in Serpentinen, mit fantastischen Aussichten, bis zu dem Dörfchen Trevelez, 1408 m hoch. Dort besichtigten wir eine Schinkenherstellung. Es werden jährlich 80.000 Schinken verarbeitet. Zuerst wird die Keule in Salz eingelegt. Das Salz kann nur einmal verwendet werden und wird anschließend Streu- bzw Industriesalz. Danach beginnt ein insgesamt 24monatiger Reifeprozess bei verschiedenen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, zuletzt mehrere Monate mit der Bergluft (nachts wird die Luft in die Räume gelassen). Wir durften auch probieren. Sehr zu empfehlen!
Danach ging es ans Mittelmeer, d.h. die ganze Strecke wieder herunter. Wir hielten an der Costa del Sol in Nerja, 26 m hoch, das seit einer Zerstörung durch ein Erdbeben1885 von dem damaligen König Alfons XII "Balkon Europas" genannt wird. Es bietet eine sehenswerte Aussicht und ein vorzügliches Speiseeis. Bei Malaga war unsere Reise für heute zuende.
Tag 4)
Heute stand der Besuch der Alhambra auf dem Programm und eigentlich kann man nur sagen: Bilder anschauen! Sie ist praktisch ein eigener Ort, besteht aus vielen Gebäuden und hatte ein ausgeklügeltes Wassersystem. In ihrer jetzigen Form wurde sie gebaut von den Nasridenherrschern, die bis 1492 herrschten. Dann kapitulierten sie an die katholischen Könige, Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon. Deren Nachfolger Karl V plante, Grenada zum Regierungssitz zu machen. Er ließ daher einen großen Renaissancepalast errichten, der aber nie fertig wurde. Am schönsten sind die Paläste der Nasriden, hier ist am bekanntesten der Löwenhof mit dem Löwenbrunnen, sowie die Stalaktitengewölbe. Sehenswert sind die wunderbar gepflegten Gärten, auch und besonders um die Sommerresidenz, Generalife.Bei aller Pracht und Kultur: die Frauen waren eingeschlossen und von allem Interessanten ausgeschlossen. Uns wurde erzählt, dass im Harem des Sultans Intrigen herrschten, weil nicht von Anfang an klar war, wer der nächste Sultan sei. Auch seien nur 2 Sultane eines natürlichen Todes gestorben; na ja.
Grenada selber ist eine schöne Stadt, jung, mit vielen Studenten. Karl V wollte dort eine riesige Kathedrale errichten lassen als Grablege für alle spanischen Könige; daraus wurde nichts; nur die katholischen Könige sind in einer eigenen Kapelle bestattet. Der König ließ sich überzeugen, die Kathedrale in dem modernen Renaissancestil bauen zu lassen; bis es fertig wurde, fand auch Barock seine Nische. Der Gesamteindruck? Was soll man sagen? Es ist halt spanisch.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass es eine große Statue der Anna Selbdritt gibt, die offensichtlich für Spanier eine ungewöhnliche Darstellung der Gottesmutter ist. Nach 10 km zu Fuß freuen wir uns jetzt auf das Abendessen!
Tag 3)
Heute gab es nur ein Thema: Moscheekathedrale in Cordoba. Sie liegt sehr nett über einem Fluss mit einer römischen Brücke.
Die Moschee wurde in drei Teilen erbaut, der erste Teil 768 - 788. Pfeiler, Doppelbogen, Holzdecke. Die Pfeiler waren zusammengesammelt aus römischen Überesten, deshalb uneinheitlich, Marmor, Granit, Onyx, rosa, grau, usw. Dann wurde erweitert, 833, und nochmal 991. Es sind insgesamt 39 Teile (vgl. Foto des Modells, ganz am Ende der Fotoreihe). 18.000 qm, 856 Säulen.
1236 wurde die Moschee katholisch, wobei zunächst nicht viel geändert wurde, hauptsächlich Seitenkapellen eingebaut. Es gab ja genug Räume. 1523 gefiel dies Bischof Alonso Manrique nicht mehr und er ließ eine Vierung einbauen mit Hochaltar (Decke Gotik vergoldet und gerüscht?) und Chor. Letzerer aus Mahagoni geschnitzt, aber wieder mitten in der Kathedrale. Nur verhängt wurde der Mihrab, so dass er heute mit Reichtum der Mosaike und der Decke prunken kann.
Irgendjemand fand, es sei eine gute Idee, in die Kathedrale eine Ausstellung aufzubauen, so dass es nur noch wenige Stellen gibt, in denen man ein Gefühl für die wahnsinnige Größe der Kathedrale bekommt.
Eine Monstranz, silber vergoldet, steht im Schatzhaus mit wunderbaren feinen, goldenen Darstellungen des Lebens Jesu.
Anschließend hatten wir noch Freizeit in Cordoba, eine schöne, gut gepflegt Stadt mit reizvollen Innenhöfen und vielen Blumen (und ziemlich vielen Touristen...).
Tag 2)
Immer noch prima Wetter und wir auf dem Weg nach Jerez (viel zu früh).
Allerdings fiel auf, dass links und rechts die Felder überschwemmt waren. In Jerez besuchten wir eine Sherry Bodega. Abgesehen von den 30.000 Fässern in deren Hauptlager haben sich bei der Familie in den letzten Jahren noch viele "Hobbies" angesammelt: Antiquitäten, Picassos, Dalis, moderne Kunst und Pferde. Tatsächlich sind die Fässer alt: Sherry wird in Reihen zu je 4 Fässer a 600 l aufbewahrt. Dann wird von dem untersten der 4 Fässer max. 1/3 entnommen und nachgefüllt von dem Fass obendrüber. Das von dem darüber usw. So stehen die Fässer seit mehr als hundert Jahren da.
Danach besuchten wir noch Jerez-Altstadt, wo bereits die Vorkehrungen für die "semana santa" getroffen werden. Dann gibt es jeden Tag Prozessionen von verschiedenen Bruderschaften mit Musikverein. Damit man auch was sieht, werden große Zuschauerränge aufgebaut. Wir erlebten eine probende Musikkapelle.
Danach ging es wieder zurück nach Sevilla. Dort besichtigten wir zunächst den Plaza de America. Bei der Iberisch-Amerikanischen Expo 1929 wurden etliche "Pavillons" aufgebaut, die gemauerte Häuser und Nachbildungen von Gebäuden ihrer Heimat waren. Manche wurden danach Museen, andere Uni und ein paar Konsulate. Alle stehen an einer Straße, an der der auch eine ehemalige Tabakfabrik liegt (Achtung! Wem fällt jetzt was ein? Richtig, Carmen), mittlerweile das Unihauptgebäude. Es blieb Zeit für ein Gruppenfoto.
Von dort eilten wir zum Alcazar, bestehend aus 3 Gebäuden. Das prächtigste nach der christlichen Eroberung Sevillas im maurischen Stil von Handwerkern aus Granada errichtet. Äußerst dekorativ! Man betrachte die Fotos. Ein Teil wird noch vom spanischen König bewohnt, wenn er mal vorbei kommt. Dazu gehören 15 ha Garten, mit Pfauen und Entenbabys und überall Scheinwerfern, weil derzeit abends dort Lichtshows abgehalten werden.
Radwege werden hier von silbernen Markierungsnägeln abgetrennt, die bestenfalls als Hinweis dienen, aber sehr dekorativ sind.
Von dort ging es zum Plaza de Espana, ein Platz, umrahmt von einem riesigen halbrunden Pavillon mit Wasser und viel Keramik. Wunderbar! Es war der Hauptplatz der Expo 1929.
Außerdem ist heute Lokalderby. Real Betis gegen FC Sevilla. Wäre uns ja egal, wenn wir nicht am Stadium wohnen würden und Tausende Fans die Straße blockierten, weil die Fußballer aus unserem Hotel mit dem Bus zum Stadium gefahren wurden...
Tag 1)
Eigentlich dachten wir ja, es geht weiter wie letztes Jahr in Portugal und wir schwimmen wieder durch Andalusien.
Aber - Heureka - nach drei Wochen Regen hörte es pünktlich zu Beginn der Reise auf und die Sonne kam. Nicht nur die Sonne, sondern auch alle Sevillaner, denen das Wetter der letzten Wochen Depressionen verursacht hatte. So war es nicht einfach, als Guppe von 24 Personen durch die Stadt zu kommen. Es gelang und wir besichtigten zuerst das Wichtigste (je nachdem, wen man fragt, kann das auch natürlich die Stierkampfarena sein, an der wir vorbeigingen): Die Kathedrale. Drittgrößte der Welt, größte gotische (allerdings gegen Ende der Bauzeit auch Renaissance), mit einem Turm, der noch das alte Minarett der früheren Moschee ist. Obendrauf wurden die Glocken gehängt. Weil der Muezzin so oft den Turm hoch laufen musste, hat er keine Treppen, sondern Rampen, geeignet für Esel und Maultiere.
Irritierend ist, dass der Dom das Chorgestühl in der Mitte hat, das sei aber in Spanien so üblich. Aufwendig gestaltet ist das Grab von Christoph Columbus. Da er mehrfach umgebettet wurde, gab es vor einigen Jahren einen DNA-Test: es sind seine sterblichen Überreste - na ja, zumindest 100 g davon. Der Rest? Wer weiß?
Anschließend spazierten wir durch das alte Judenviertel. Im 17. Jahrhundert wurden die Juden vor die Wahl gestellt, zu konvertieren oder auszuwandern, daher gibt es keine Synagogen und nur noch ca. 100 Juden.
Die Stadt hat viele schöne Plätze und viel Grün!