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Am 30.8., also noch mitten in den Sommerferien, gelang es Kirchenrektor Pater Karl Kern SJ, München, in Obernburg die Kirche unter Coronabedingungen vollständig zu füllen. Die Ordner hatten  schon Angst, dass sie Gläubige hätten wegschicken müssen. Aber es ging gerade noch gut.

Pater Kern freute sich, mal wieder in Obernburg sein zu dürfen und kündigte zum Abschluss an, gerne wiederzukommen. "Was", fragte er, hätte man in biblischen Zeiten als Gottesdienst angesehen? Bei jeder Religion damals: nur die Tätigkeit im Tempel. Aber heute? Heute ist es ein Gottesdienst, wenn wir den Willen Gottes im Alltag umsetzen".

Die Predigt (unten können Sie sie auch gerne nachhören) nahm Bezug auf das Evangelium (Mt 16,21–27).  Wieso, fragte Pater Kern, gehe Jesus mit Petrus dermaßen unfreundlich um? Kurz vorher habe er ihm gesagt, dass er der Fels sei, das Sprachrohr Gottes - und jetzt bezeichne er ihn als Satan?  Um diese harte Reaktion Jesu zu verstehen, müsse man sich die Situation anschauen. Jesus habe seinen Freunden erzählt, dass ein schwerer, ja tödlicher Weg auf ihn warte. was aber mache Petrus? Frage er etwa Jesu, wieso er das mache, höre er sich erst mal eine Erklärung an? Nein, er weise ihn zurecht. Er nehme ihn nicht als eigenständiges Gegenüber ernst, sondern überschütte ihn mit gut gemeinten Ratschlägen, die eine verzerrte Ansicht von Jesu abbildeten. Wir alle werden böse, wenn das Wichtigste in unserem Leben bedroht werde. Für Jesus sei das die Beziehung zum Vater gewesen - das verkenne Petrus. Dennoch sage Jesus nicht zu ihm "weiche von mir!", sondern "Geh hinter mich!". Immer noch sage er Petrus also, er solle ihm nachfolgen. Jesus verteufele nicht Petrus als ganze Person.

Hier zitierte Pater Kern aus dem Tagebuch von Max Frisch: Gott ist und bleibt ein Geheimnis. Den Menschen habe er nach seinem Abbild geschaffen - also sei auch der Mensch ein Geheimnis. Der Mensch, den man liebt, bleibt unfassbar. Der Mensch sei ein Rätsel, das es auszuhalten gelte in Liebe. So sage es auch das Johannesevangelium: "Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm." Das sei die Wahrheit des Christlichen, das im heutigen Evangelium sehr scharf, aber klar durchdringe.

Den Friedensgruß leitete Pater Kern mit den Worten ein:"Shalom - das ist das Wort, von dem Jesus will, dass es die Jünger in die Welt tragen - im Frieden mit mir, im Frieden mit den anderen, im Frieden mit Gott". 

Einen ganz herzlichen Dank an Pater Kern für die interessante und aufschlussreiche Predigt und seine Bereitschaft, in Obernburg eine Sonntagsmesse zu halten.

 

 

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