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Mit einem heiter-besinnlichen Gottesdienst starteten der Mömlinger Carnevalverein und die Pfarrei Corpus Domini in die heiße Phase der Faschingszeit.

Diakon Martin Höfer, selbst aktiver Carnevalist begrüßte die bunte Narrenschar, nachdem der Altardienst, das Prinzenpaar Christian I. und Prinzessin Sandra II. mit ihrem Hofstaat und vielen MCV-Mitgliedern unter mächtigen Donnerschlägen der „Mümlinger Dunnerwädder“ in die Kirche eingezogen waren mit einem fröhlichen „Mümling helau“ und eröffnete den Gottesdienst mit dem Kreuzzeichen als Symbol, dass Gott mitten unter uns ist. Dann sagte er:

Fröhliche Narren an die Macht, nicht nur jetzt zur Fasenacht“.

 

Liebe närrische Gemeinde, das ist nicht nur das Motto dieser Feier, sondern auch der kommenden Zeit. Die Prinzenpaare und das närrische Volk stürmen jetzt die Rathäuser um symbolisch die Macht und das Sagen zu übernehmen. Wir wollen unseren Ort zu einem fröhlicheren, bunterem und vor allem sorgenfreieren machen. Ob das gelingt?

Jedenfalls haben bei uns andere Narren die Macht, Tramp(el) und andere Narren, die uns alles andere als fröhlich stimmen und nicht das Bunte, sondern eher das Einfarbige wollen. Passen wir also auf, dass mit Gottes Hilfe unsere fröhliche und lustige Stimmung erhalten bleibt. Dass wir Gottes Liebe zu den Menschen und unter uns weitergeben und verbreiten, nicht nur jetzt zu Faschingszeit, sondern das ganze Jahr über“, so der Diakon.

In seiner spritzigen Predigt in Reim-Form sprach er sowohl biblische Themen, als auch pastorale Veränderungen an, blickte kritisch auf Black Friday und KI und schlug eine Kirchen-App zur Behebung kirchlicher Probleme vor. Dafür erhielt er spontanen Beifall. Die Texte und Lieder während des Gottesdienstes waren besinnlich und auch heiter, besonders wenn sie in Faschingsmelodien gesungen wurden. Das Familiengottesdienst-Team hatte diese gemeinsam mit dem Diakon ausgesucht und waren der Würde des Gottesdienstes angemessen.

Die Mitglieder des MCV brachten sich aktiv ein bei den Lesungen und Fürbitten. Zum Vater unser scharten sich die Gardemädchen in einem großen Kreis um den Altar und auch in den Bänken wurden die Hände gereicht zur Gebetskette und zum Friedensgruß.

Am Ende des Gottesdienstes dankten Vizepräsident Steffen Gollas und Prinz Christian dem Diakon und seinem Vorbereitungsteam für den schönen Gottesdienst und luden zum Umtrunk auf dem Kirchplatz ein.

Kirche und Carneval

Für die Kirche(n) war es schon immer schwer, eine einheitliche Position zum Karneval zu finden. Trotz auch hier sinkender Besucherzahlen beim Faschingsgottesdienst ist es wichtig für die Menschen zu spüren: die Kirche steht mitten im Leben, euer Leben ist schön und wichtig und in der Freude können wir Gott und seine Liebe entdecken.

Die gesamte Büttenpredigt können Sie im Anschluss nachlesen.

F.Frank

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Büttenpredigt von Diakon Martin Höfer 2025 

Auch wieder in diesem Jahr, meine holde Narrenschar

gehe ich nicht mit der Norm und halt die Predigt in Reimform,

denn fröhliche Narren sollen an die Macht und nicht nur jetzt zur Fasennacht. 

Selbst Jesus macht, ich hab’s vorgelesen, Dinge, die nicht üblich sind gewesen:

Fahrt nochmals zum See hinaus, an der tiefsten Stelle werft die Netze aus.

Dahin, wo man sonst nix fängt, wo sonst nie ein Fischlein in den Maschen hängt.

Auf Jesu Rat haben die Apostel es gemacht und haben dann, wer hätt’s gedacht:

So viele wie noch nie gefangen, haben Fische in den Netzen gehangen.

Also folgt dem Rat von Jesus Christ, auch wenn es so nicht üblich ist.

Denn auch Du wirst es dann seh’n, es wird im Leben noch viel besser geh’n.

 

In unsrer Zeit wird auch viel Komisches gemacht, worüber man schmunzelt oder gar lacht.

Früher gab es den Schlussverkauf, heute steht schwarzer Freitag englisch drauf

Black Friday ist das Zauberwort, von zuhause aus shoppen, man geht nicht mehr fort.

Nicht nur einen Tag, Wochen lang, geht man mit Niedrig-Preis auf Kundenfang.

Doch ob das Zeug auch billiger ist? Das scheint bei so manchem nicht gewiss.

Ein Schwarzer Freitag für mich als Christ, doch eher der Karfreitag ist.

Doch da hat teuer unser aller Schuld, Jesus beglichen mit seinem Leben und viel Geduld,

damit wir mit ihm zum ewigen Leben gehen und mit Christus auferstehen.

So wurde dieser Black Friday für uns Christen zum Happy Day

Denn auch Du wirst es dann seh’n, es wird im Leben noch viel besser geh’n.

 

Damit es für uns hier besser werden kann, treibt unser Bischof die Pastoralen Standards voran

um in dieser schweren Zeit, zu zeigen mehr Kundenfreundlichkeit.

Fast jeden Wunsch im Lauten und im Stillen wollen wir den Gläubigen erfüllen,

wenn sie zur Taufe, Traualtar gehen, auch das Trauern einfühlsamer sehen.

So dass ein jeder kann seinen Glauben leben, wollen wir ihm die Chance dazu geben.

Doch soll alles natürlich im Rahmen bleiben, wir wollen es nicht übertreiben.

Beim Taufen kommt nur Wasser zum Einsatz, Sekt hat hinterher beim Feiern seinen Platz.

Beim Einzug zu dem Traualtar am Hochzeitstag „High way to Hell“ keiner hören mag.

Aber über vieles man reden kann, damit es schöner wird, für Frau und Mann.

Denn auch Du wirst es dann seh’n, es wird im Leben noch viel besser geh’n.

 

Für alles Mögliche hat heute jeder Depp, auf seinem Handy eine App.

Für jedes Problem, jede Lebenslage, kommt irgendeine App in Frage.

Überall, und es ist nicht zum Lachen, lassen wir uns freiwillig überwachen.

Immer dabei, an allen Ecken, hamm wir das Handy ja einstecken.

Sogar im Supermarkt beim Einkauf, schaut man bei uns genau drauf:

Was man bei Einkaufen zur Kasse schiebt, dafür es viele Punkte gibt.

Sammeln sich viele Punkte an, man damit auch bezahlen kann.

 

Wie wäre es, wenn sie jeder hätt, eine Kirchengänger-App.

Für jeden Gottesdienstbesuch - ein jeder Punkte kriegt gebucht.

Am Eingang, an den Türen, wird man am Scanner sich registrieren.

Auch für die Kollekte wär’s nicht schwer: zeigst nur den Code auf deinem Smartphone her.

Gibt vorher ein, nur den Betrag, den man heute spenden mag.

Das Handy, bekommt ja alles mit, jede Sünde, jeden Fehltritt.

Es legt dann ein Sündenkonto an, das man mit den Punkten tilgen kann.

Das wird natürlich nicht so sein, denn Sünden, die vergibt Gott allein,

mir so wie ich’s bei meinem Nächsten tu, auch nur die Beichte hilft dazu,

meine Fehler muss ich mir eingestehen und reuig in die Zukunft gehen.

Eine App, die braucht man nicht, wenn man mit seinem Nächsten spricht.

Denn auch Du wirst es dann seh’n, es wird im Leben noch viel besser geh’n.

 

Überall wird geredet über sie, die künstliche Intelligenz, kurz genannt KI.

Selber denken, das ist out, das Wissen wird im Internet geklaut.

Auf jede Frage, die uns quält, bekommen wir etwas erzählt.

Ob es stimmt, das ist unklar, vieles ist doch Fake und gar nicht wahr.

KI soll sein intelligent, bei so viel Dummheit in der Welt,

da müssen wir sehr aufpassen und dürfen Denken uns nicht nehmen lassen.

Sonst kann es schnell passieren, dass die KI wird uns regieren.

Dann ist besser meine Tendenz: Hin zur KI zur Katholischen Intelligenz!

Auf alle Fragen meine Antwort ist: ganz einfach, Gott Vater, Heil’ger Geist und Jesus Christ.

Es ist immer schon so gewesen, Antworten kann man aus der frohen Botschaft lesen,

denn auch Du wirst es dann seh’n, es wird im Leben noch viel besser geh’n.

 

So, ihr lieben Leute, genug gepredigt heute.

Feiert tüchtig Fasenacht. Auch an den lieben Gott gedacht!

Dass er euch möge segnen und bewahren vor allem Unheil und Gefahren.

Und Aschermittwoch kommt dann wieder, dann singen wir hier andre Lieder.

Es soll dann sein mit Fasching ruh‘, die Fastenzeit gehört auch dazu.

Denn auch Du wirst es dann seh’n, es wird im Leben noch viel besser geh’n.

 

Eins fehlt jetzt noch, Ihr wisst’s genau: Amen und 3 mal Helau!

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