logo st benedikt

Sage und schreibe 90 Firmlinge aus unserem Pastoralen Raum haben sich am 27. Januar 2024 gemeinsam auf den Weg der Firmvorbereitung gemacht.

Mit Ach und Krach gelang es, im Saal des Gemeindezentrums 'Pia Fidelis' in Obernburg einen riesigen Stuhlkreis zu stellen. Es brauchte den gesamten Raum inklusive der Bühne. Aber es war die Mühe wert, denn schließlich sollte schon durch diese Anordnung von Anfang an deutlich sein: „Es gibt hier kein vorne und kein hinten. Auch die Begleiter und Begleiterinnen eurer Gruppen sitzen im Kreis. Wir machen uns gemeinsam auf einen Weg, bei dem jede und jeder wichtig und wertvoll ist. Denn das sagt uns Gott, in dessen Namen wir versammelt sind. Er beschenkt jeden von uns mit seinen Gaben. Auf die Spur dieser Gaben machen wir uns … Gott will, dass dein Leben gelingt …“

Jugendliche in diesem Alter wollen nicht zugetextet werden. Sie hungern nach Erfahrungen. Dementsprechend bot der Vormittag zahlreiche Gelegenheiten, Erfahrungen zu sammeln. Eingeteilt in viele kleine Gruppen stellten sich alle spielerisch mehreren Herausforderungen. Doch was wie ein einfaches Spiel daher kam, war oft gar nicht so einfach, sondern brachte die bunte Schar ins Nachdenken und in den Austausch wie Gemeinschaft funktioniert bzw. nicht funktioniert.

Es musste z. B. mit Holzklötzchen ein möglichst hoher Turm gebaut werden und zwar schweigend. In einem weiteren Durchgang mussten sich die Kleingruppen unter Zeitstress auf ein möglichst stabiles Bauprojekt einigen und dies umsetzen. Die Holzklötzchen waren jedoch nicht alle gleich - so wie eben auch wir Menschen nicht alle gleich sind. Das machte die Sache noch schwieriger. Einige Gruppen sahen sich mit der Erfahrung des Scheiterns konfrontiert. Sie waren herausgefordert, darüber zu reflektieren, wie sie damit umgegangen sind.

Das Versprechen, dass Gott uns mit seinen Gaben beschenkt, konnten die Jugendlichen vertiefen indem sie aus einer Liste von 50 Gaben wie z. B. Weisheit, Herzlichkeit, Stärke, Kreativität oder Respekt die drei heraus suchten, die ihnen gerade am wichtigsten sind.

Nachdem noch einmal zu einem bestärkenden Wochenende für Firmlinge ins Jugendhaus Miltenberg eingeladen worden war, kam die nächste Übung, die sich ebenfalls viel einfacher anhörte als sie war. Die Gruppe stellte sich in einer Reihe auf und streckte einen Arm und Zeigefinger auf einer Seite in Schulterhöhe aus. Dann wurde eine leichte Holzstange auf die ausgestreckten Zeigefinger gelegt. Aufgabe war, diese Stange bis auf den Boden abzulassen. Dabei durfte allerdings kein Finger den Kontakt zur Stange verlieren. Genauso spannend wie die Durchführung waren auch die anschließenden Überlegungen, wie die Kommunikation war. War nur einer der Wortführer? Oder wurden alle beteiligt und gehört? Geschah das Ganze mit Respekt? Wie wurde mit Misserfolgen und mit Stress umgegangen? Was wurde an Emotionen ausgelöst? Usw.

Beim schwierigsten Durchgang wurden dünnes Papier und streng abgezählte Büroklammern ausgeteilt. Die Aufgabe war wie schon bei den Holzklötzen, einen möglichst hohen Turm zu bauen, der stabil steht. Wieder waren verschiedene Phasen zu beobachten: ein Baubeginn voller Elan; Diskussionen, was das Beste wäre; erste Enttäuschungen, weil manches nicht so klappt; Ernüchterung, wenn das Ganze umstürzt, was häufig auch der Fall war; ein neues Sich-Aufraffen; trotzdem weiterbauen oder mit einem neuen Konzept von vorn anfangen; usw. Es war spannend mitzuerleben, wie die Gruppen jeweils mit schwierigen Situationen umgegangen sind und es war interessant zu hören, wie manche Jugendliche ihre Erfahrungen in Worte fassten.

In den nächsten Monaten bis zur Firmung im Juli sind nun zwölf Firmgruppen unterwegs. Sie werden begleitet von insgesamt 25 BegleiterInnen aus der Elternschaft. Eine tolle Zahl!

Wir wünschen einen guten Weg der Vorbereitung, der noch ergänzt werden wird durch eine Videokonferenz, einen Kreativtag, Begegnungen mit engagierten Menschen aus den Pfarreien sowie gottesdienstlichen Elementen wie der Kreuzweg der Jugend und weiteren Einladungen.

Es wäre schön, auch im Gebet dabei begleitet zu werden.

Benjamin Riebel

­